Roland Morris Disability Questionnaire (RMDQ)

Lizenzfreie Evaluation von lumbalen Rückenschmerzen unterschiedlicher Genese

Der Roland Morris Disability Questionnaire (RMDQ) ist ein validierter Fragebogen mit 24 Items, der als Maß für den Gesundheitszustand dient und die körperliche Behinderung aufgrund von Rückenschmerzen beurteilt. Obwohl das Tool viele Fragen beinhaltet, ist die zu erwartende Zeit zum Beantworten dieses PROMs relativ kurz (5 Minuten).

Der RMDQ wurde in mehreren Studien zur Bewertung der Patient-Reported Outcomes bei Patienten mit Wirbelfrakturen und lumbaler Spinalkanalstenose eingesetzt. Die Items konzentrieren sich auf einen begrenzten Bereich von körperlichen Funktionen wie Gehen, Sitzen, Anziehen oder Schlafen sowie auf die Beurteilung von Alltagsaktivitäten.

Im Vergleich zum Oswestry Disability Index (ODI) hat der RMDQ Vorteile bei der Bewertung der vom Patienten berichteten Ergebnisse bei leichten bis mittelschweren Symptomen, während der ODI besser bei Patienten mit schweren Erkrankungen eingesetzt werden kann

(Roland, Martin, and Jeremy Fairbank. „The Roland–Morris disability questionnaire and the Oswestry disability questionnaire.“ Spine 25.24 (2000): 3115-3124)

Indikationen

Das Ziel dieses Fragebogens ist die Messung des Gesundheitszustands zur Beurteilung der körperlichen Behinderung aufgrund von Kreuzschmerzen 1.

Er wurde in der Vergangenheit bereits bei verschiedenen orthopädischen Fragestellungen eingesetzt, Beispiele sind Patientengruppen mit chronischen lumbalen Rückenschmerzen 2, vertebralen Kompressionsfrakturen 3, Wirbelkörperfrakturen bei Krebspatienten 4 sowie zur Beurteilung der Therapie bei lumbaler Spinalkanalstenose 5.

Items - Dimensionen - Bearbeitungszeit

Das Tool besteht aus 24 Fragen mit je zwei Antworten zur Auswahl (ja/nein oder nur ankreuzen oder nicht). Nur eine Antwort darf ausgewählt werden.

Inhaltlich konzentrieren sich die Fragen auf einen begrenzten Bereich von körperlichen Funktionen, zu denen Gehen, Bücken, Sitzen, Liegen, Anziehen, Schlafen, Selbstpflege und tägliche Aktivitäten gehören.

Beurskens et al. berichten über eine mittlere Beantwortungszeit von 5 Minuten. 6

Score-Berechnung

Ein Gesamtscore wird ermittelt, indem alle bejahten Fragen addiert werden.

Jede Frage, die mit „Ja“ beantwortet wird oder deren Kästchen angekreuzt wird, geht als ein Punkt in die Gesamtbewertung ein. Die Items werden nicht unterschiedlich gewichtet. Wenn alle Aussagen bejaht werden beträgt die Punktzahl 24, die niedrigste mögliche Punktzahl ist 0.

Interpretation

Je höher der Score, desto schlechter ist der Rückenschmerz-assoziierte Gesundheitszustand des Patienten. 

Die kleinste klinisch wichtige Veränderung beträgt 5 Punkte. 7

Der RMDQ ist in verschiedenen Sprachen validiert, ein deutsches Quelldokument ist verfügbar. 2 8 9 10
Professor Martin Roland, Emeritus Professor of Health Services Research, Department of Public Health and Primary Care, University of Cambridge 11
Es sind keine Lizenzen notwendig. Kosten sind nicht zu erwarten.
Der RMDQ hat ein einfaches und intuitives Bewertungsverfahren und obwohl er viele Items enthält, ist die Bearbeitungszeit relativ kurz. Im Vergleich zum Oswestry Disability Index (ODI) gibt es weniger unvollständige oder zweideutige Antworten 12. Außerdem ist er bei Patienten mit weniger schweren Behinderungen aussagekräftiger als in Bereichen mit hohen Punktzahlen, in denen der ODI Vorteile hat 1. Außerdem wurden bisher keine Decken- oder Bodeneffekte beobachtet 13 14.

Der RMDQ zeigt Schwächen bei Patienten mit schwereren rücken-bezogenen Einschränkungen.

nicht gelistet

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Referenzen

  1. Roland, Martin, and Jeremy Fairbank. „The Roland–Morris disability questionnaire and the Oswestry disability questionnaire.“ Spine 25.24 (2000): 3115-3124.
  2. Burbridge, Claire, et al. „Measuring the impact of chronic low back pain on everyday functioning: content validity of the Roland Morris disability questionnaire.“ Journal of Patient-Reported Outcomes 4.1 (2020): 1-15.
  3. SKallmes, David F., et al. „A randomized trial of vertebroplasty for osteoporotic spinal fractures.“ New England Journal of Medicine 361.6 (2009): 569-579
  4. Berenson, James, et al. „Balloon kyphoplasty versus non-surgical fracture management for treatment of painful vertebral body compression fractures in patients with cancer: a multicentre, randomised controlled trial.“ The lancet oncology 12.3 (2011): 225-235.
  5. Friedly, Janna L., et al. „A randomized trial of epidural glucocorticoid injections for spinal stenosis.“ New England Journal of Medicine 371.1 (2014): 11-21.
  6. Beurskens, Anna J., et al. „Efficacy of traction for non-specific low back pain: a randomised clinical trial.“ The Lancet 346.8990 (1995): 1596-1600.
  7. Ostelo, Raymond WJG, et al. „Interpreting change scores for pain and functional status in low back pain: towards international consensus regarding minimal important change.“ Spine 33.1 (2008): 90-94.
  8. Wiesinger, Günther F., et al. „Cross-cultural adaptation of the Roland-Morris questionnaire for German-speaking patients with low back pain.“ Spine 24.11 (1999): 1099-1103.
  9. Küçükdeveci, Ayse A., et al. „Validation of the Turkish version of the Roland-Morris Disability Questionnaire for use in low back pain.“ Spine 26.24 (2001): 2738-2743.
  10. Kovacs, Francisco M., et al. „Validation of the Spanish version of the Roland-Morris questionnaire.“ Spine 27.5 (2002): 538-542.
  11. http://www.rmdq.org/Download.htm
  12. Stratford, Paul W., et al. „Assessing change over time in patients with low back pain.“ Physical Therapy 74.6 (1994): 528-533.
  13. Turner, Judith A., et al. „Comparison of the Roland–Morris disability questionnaire and generic health status measures: a population-based study of workers’ compensation back injury claimants.“ Spine 28.10 (2003): 1061-1067.
  14. Costa, Leonardo Oliveira Pena, et al. „Clinimetric testing of three self-report outcome measures for low back pain patients in Brazil: which one is the best?.“ Spine 33.22 (2008): 2459-2463.